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Steigende Produktkomplexität im B2B managen:
Wie Unternehmen die Kontrolle
über ihre Produktdaten sicherstellen

Produkt Komplexität

Viele Unternehmen glauben, dass die Komplexität im Produktdatenmanagement nur vorübergehend sei. Eine Phase, die sie während des Wachstums, der Expansion in neue Märkte oder der Einführung neuer Produktlinien durchlaufen. Sobald sich alles stabilisiert, erwarten sie, dass sich auch die Komplexität wieder reduziert.

In der Realität kommt dieser Moment jedoch selten. In der Fertigungsindustrie, im Automotive-Bereich und in komplexen B2B-Umfeldern verschwindet Komplexität nicht. Sie wird stattdessen größer. Was sich anfangs noch beherrschbar anfühlt, wird schrittweise strukturell. Und Arbeitsweisen, die in früheren Phasen noch funktioniert haben, funktionieren plötzlich nicht mehr.

Der Grund für Komplexität: Skalierung, Varianten und Abhängigkeiten

Produktkomplexität wächst oft leise:

Ein paar zusätzliche SKUs.
Weitere Varianten.
Ein neuer Markt.
Eine zusätzliche Sprache.
Ein weiterer Kanal.
Eine regulatorische Anforderung, die auf das bereits Bestehende aufgesetzt wird.

Für sich genommen wirkt keine dieser Veränderungen gravierend. Zusammengenommen verändern sie jedoch grundlegend die Produktlandschaft eines Unternehmens.

Aus einem einst einfachen Katalog wird ein Netzwerk von Abhängigkeiten. Produkte sind mit Varianten, Standards, Märkten und Kanälen verknüpft und werden von mehreren Teams mit sich überschneidenden Verantwortlichkeiten gepflegt.

An diesem Punkt ist Komplexität keine Ausnahme mehr. Sie ist die operative Realität.

Unternehmens-Organisation, Silos und Regulierungen: Wie ausufernde Komplexität wirklich entsteht

Extreme Produktkomplexität lässt sich nicht auf einen einzelnen Faktor reduzieren.

Es geht weder nur um eine hohe Anzahl an SKUs noch ausschließlich um Variantenmanagement oder technische Hierarchien. Komplexität entsteht dort, wo sich Skalierung und Struktur gegenseitig verstärken.

Mit wachsenden Sortimenten sind Produkte keine isolierten Einheiten mehr, sondern Teil mehrstufiger Hierarchien. Varianten und Kompatibilitätsregeln schaffen Abhängigkeiten, die über das gesamte Portfolio hinweg konsistent bleiben müssen.

Unternehmen expandieren in verschiedene Märkte mit unterschiedlichen Sprachen, Anforderungen und Erwartungen.

Branchenstandards und regulatorische Rahmenbedingungen fügen eine weitere Ebene hinzu und machen Produktinformationen prüfbar, nachvollziehbar und regelkonform.

Zusätzlich verschärft wird diese Komplexität durch die interne Organisationsstruktur. Teams arbeiten in Silos. Marketing, Produktmanagement, Channel Management, Operations und IT greifen alle auf dieselben Produktdaten zu, jedoch nicht immer abgestimmt. Ohne zentrale Single Source of Truth bricht die Datenkonsistenz zusammen, Verantwortlichkeiten verschwimmen und zwischen den Abteilungen entstehen Barrieren. Diese Probleme verstärken sich zusätzlich, sobald Informationen innerhalb des Unternehmens geteilt werden. Jede Übergabe ohne ein einheitliches System wird zu einer weiteren Quelle für Inkonsistenzen, Verzögerungen und Fehler.

Gründe für Komplexität

Mit wachsenden Abhängigkeiten steigt das Risiko von Inkonsistenzen, Fehlern und Kontrollverlust. Was früher beherrschbar war, wird fragil.

Komplexität in B2B- und Automotive-Umgebungen unterscheidet sich grundlegend von Komplexität in reinen E-Commerce-Szenarien. Sie ist technischer Natur, geprägt durch Standards und Regulierung und operativ geschäftskritisch.

Warum Standardlösungen an ihre Grenzen stoßen

Out-of-the-Box-Lösungen funktionieren zu Beginn oft sehr gut. Sie sind schnell eingeführt, intuitiv zu bedienen und liefern rasch Ergebnisse. Für Organisationen in frühen Entwicklungsphasen können sie vollkommen ausreichend sein.

Probleme entstehen, sobald die Komplexität über das hinauswächst, wofür diese Systeme ausgelegt sind.

Eine weitverbreitete Illusion in dieser Phase ist das, was viele Teams intern als das „Excel-Versprechen“ bezeichnen: Der Irrglaube, dass sich Komplexität weiterhin manuell beherrschen lässt, mit besseren Tabellen, mehr Regeln oder mehr Disziplin. In der Praxis reduziert dieser Ansatz die Komplexität jedoch selten. Er verlagert sie lediglich.

Download: Ein Vergleich von PIM, ERP und Excel – Zweck, Vor- und Nachteile:

Die ersten Anzeichen sind subtil, Ausnahmen treten häufiger auf. Manuelle Prüfungen werden eingeführt, um Defizite auszugleichen. Zusätzliche Tabellen entstehen, um Lücken zu schließen. Mit der Zeit passen Teams ihre Prozesse dem System an, statt dass das System die Prozesse unterstützt.

Was häufig folgt, ist keine Vereinfachung, sondern eine Ausweitung des Aufwands. Mehr manuelle Arbeit erfordert mehr Personal. Die Mitarbeiterzahl steigt nicht, weil das Geschäft skaliert, sondern weil Komplexität von Hand verwaltet werden muss. Die Arbeit wird repetitiver, fehleranfälliger und weniger erfüllend. Die Produktivität stagniert, während der Druck auf die Teams wächst.

Wie diese strukturelle Herausforderung gemeistert werden kann: PIM Software

In dieser Phase wird das Problem oft als Tool-Frage missverstanden. Tatsächlich ist es aber eine strukturelle Herausforderung.

Extreme Komplexität verändert die Anforderungen an das Fundament einer Organisation. Sie erfordert Konsistenz über Skalierung hinweg, Klarheit über Teams hinweg und Kontrolle über Märkte und Kanäle hinweg. Fehlt dieses Fundament, wird Komplexität von einem beherrschbaren Zustand zu einer dauerhaften Risikoquelle.

Es geht nicht um eine schnelle Lösung. Es geht darum anzuerkennen, dass sich das operative Umfeld grundlegend verändert hat. Um diese komplexe Situation zu handhaben und dem ausufernden Produktdatenmanagement Herr zu werden, braucht es neben dem Umdenken im Unternehmen eine dafür geeignete Software. Hier kommen die extra dafür konzipierten PIM-Systeme ins Spiel. Sie bilden die Basis, die Unternehmen brauchen, um die Komplexität des Produktdatenmanagements zu beherrschen.

Download: Gründe für ein PIM System

Warum Komplexitätsmanagement eine Führungsaufgabe ist

Der wichtigste Perspektivwechsel besteht darin zu erkennen, dass extreme Komplexität keine Phase ist, die man hinter sich lässt, sondern ein Zustand, den man bewusst managen muss.

Organisationen, die diese Realität akzeptieren, treffen andere Entscheidungen:
Sie optimieren nicht mehr für kurzfristige Bequemlichkeit, sondern gestalten für langfristige Kontrolle. Reaktives Krisenmanagement wird durch klare Verantwortlichkeiten ersetzt, und Teams werden befähigt, Komplexität gezielt statt nur reaktiv zu steuern.

Eine geeigenete PIM Software unterstütz Unternehmen hierbei.

Wenn Silos abgebaut werden und Teams auf einer gemeinsamen Grundlage arbeiten, ist der Nutzen nicht nur finanzieller Natur. Effizienz steigt, Arbeitslast wird beherrschbar, und Arbeit gewinnt wieder an Sinn. Menschen verbringen weniger Zeit mit Fehlerkorrekturen und mehr Zeit mit Wertschöpfung.

Denn nicht die Komplexität ist der Feind. Der Kontrollverlust ist es.

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