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Der digitale Produktpass kommt!

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Der Digitale Produktpass (Digital Product Passport, DPP) entwickelt sich zu einem zentralen Baustein der europäischen Nachhaltigkeitsstrategie. Mit der Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR) hat die Europäische Union den regulatorischen Rahmen geschaffen, um Produktinformationen künftig über den gesamten Lebenszyklus digital verfügbar zu machen. Ziel ist es, Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu schaffen und den Übergang zu einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft zu beschleunigen.

Was das konkret für Unternehmen bedeutet und wie sich Hersteller bereits heute auf die kommenden Anforderungen vorbereiten können, erläutern wir hier.

Der Digitale Produktpass als Grundlage der digitalen Kreislaufwirtschaft

Der Digitale Produktpass ist weit mehr als ein weiterer gesetzlicher Nachweis. Er wird künftig als digitaler Informationscontainer sämtliche relevanten Produktinformationen bündeln und unterschiedlichen Akteuren – vom Hersteller über Händler und Servicetechniker bis hin zu Recyclingunternehmen und Behörden – gezielt zur Verfügung stellen.

Je nach Produktgruppe können unter anderem folgende Informationen Bestandteil des DPP sein:

  • technische Produktdaten
  • Materialzusammensetzung
  • Herkunft kritischer Rohstoffe
  • Reparatur- und Wartungsinformationen
  • Ersatzteilinformationen
  • Demontagehinweise
  • Umwelt- und Nachhaltigkeitskennzahlen
  • Recycling- und Entsorgungsinformationen

Der Digitale Produktpass wird dabei nicht selbst sämtliche Daten speichern. Stattdessen verweist ein Datenträger – beispielsweise ein QR-Code – auf die jeweiligen Informationen, die dezentral beim verantwortlichen Wirtschaftsakteur oder einem DPP-Dienstleister verwaltet werden.
Die ESPR definiert hierfür einen europaweit einheitlichen technischen Rahmen sowie eine zentrale Registry zur eindeutigen Identifikation der Produktpässe.

Die Einführung erfolgt schrittweise

Ein häufiger Irrtum besteht darin, dass der Digitale Produktpass für alle Produkte gleichzeitig verpflichtend wird. Tatsächlich erfolgt die Einführung schrittweise.

Den Anfang machen Batterien. Für bestimmte Industrie-, Fahrzeug- und Traktionsbatterien wird der Batteriepass ab 18. Februar 2027 verpflichtend. Weitere Produktgruppen folgen anschließend über produktspezifische Delegierte Rechtsakte im Rahmen der ESPR. Priorisiert werden unter anderem Eisen und Stahl, Aluminium, Textilien, Reifen, Möbel sowie weitere energieverbrauchsrelevante Produkte.
Nach Veröffentlichung der jeweiligen Anforderungen erhalten Unternehmen in der Regel mindestens 18 Monate Zeit für die Umsetzung.

Der größte Erfolgsfaktor ist die Datenqualität

Die eigentliche Herausforderung des Digitalen Produktpasses liegt nicht im QR-Code oder in der technischen Bereitstellung der Informationen. Entscheidend ist vielmehr die Qualität, Vollständigkeit und Aktualität der zugrunde liegenden Produktdaten.

In vielen Unternehmen verteilen sich produktrelevante Informationen heute auf ERP-, PLM-, CAD-, MES-, Dokumentenmanagement- und Excel-Systeme.

Zusätzlich liegen häufig bei Lieferanten oder externen Partnern Nachhaltigkeitsdaten, Materialinformationen oder Servicedokumentationen.

Für den Digitalen Produktpass müssen diese Informationen erstmals strukturiert zusammengeführt, gepflegt und dauerhaft aktuell gehalten werden.

Genau hier zeigt sich der Mehrwert eines modernen Product Information Management Systems (PIM): Es bündelt sämtliche produktbezogenen Informationen an einer zentralen Stelle, sorgt für konsistente Datenqualität und bildet die Grundlage für die automatisierte Bereitstellung von Informationen über verschiedene Kanäle hinweg – einschließlich des Digitalen Produktpasses.

Chancen statt reiner Compliance

Viele Unternehmen betrachten den Digitalen Produktpass zunächst als regulatorische Pflicht. Tatsächlich eröffnet er jedoch weitreichende Potenziale.

Durch die strukturierte Verfügbarkeit hochwertiger Produktdaten entstehen neue Möglichkeiten für:

  • effizientere Zusammenarbeit entlang der Lieferkette
  • schnellere Markteinführungen
  • vereinfachte Service- und Wartungsprozesse
  • bessere Ersatzteilversorgung
  • digitale After-Sales-Services
  • höhere Transparenz für Kunden
  • effizientere Erfüllung weiterer regulatorischer Anforderungen

Der Digitale Produktpass entwickelt sich damit vom Compliance-Instrument zu einem wichtigen Baustein der digitalen Produktstrategie.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt zur Vorbereitung

Auch wenn viele produktspezifische Anforderungen derzeit noch ausgearbeitet werden, besteht kein Grund abzuwarten. Die regulatorische Richtung ist eindeutig: Produktdaten werden künftig zum strategischen Erfolgsfaktor.

Unternehmen sollten deshalb bereits heute

  • ihre vorhandenen Produktdaten analysieren,
  • Datenlücken identifizieren,
  • Datenqualitätsprozesse etablieren,
  • Systemlandschaften harmonisieren und
  • eine zentrale Datenplattform schaffen.

Wer diese Grundlagen frühzeitig legt, kann kommende gesetzliche Anforderungen deutlich einfacher erfüllen und gleichzeitig von einer nachhaltig verbesserten Datenqualität profitieren.

Mit dem digitalen Produktpass kommen gewaltige Aufgaben auf uns zu, die die Entwicklung von Unternehmen nachhaltig beeinflussen werden. Lesen Sie unser Thought Leadership Paper zum Digitalen Produktpass oder sprechen Sie uns direkt an, um Ihre Daten gemeinsam fit zu machen für den DPP.

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Wir glauben an den Wert von Kollaboration und Austausch. Das gilt sowohl für unsere Kundenprojekte, aus denen wir viele wertvolle Erkenntnisse für unsere Produktentwicklung generieren, als auch für unser wachsendes Partnernetzwerk, mit dem wir unsere Kunden umfassend bei ihrer Digitalisierung unterstützen.