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PIM-Anbieter:
7 Systeme im Vergleich

Aktualisiert: 17.08.2026
Im E-Commerce sind wir es gewohnt: Jedes Produkt ist mit allen erdenklichen Infos ausgestattet – detaillierte Beschreibungen, hochwertige Bilder, oft sogar Videos. Doch damit all diese Informationen reibungslos bei uns ankommen – egal, ob wir im Online-Shop stöbern, durch Social Media scrollen oder einen digitalen Katalog durchblättern – braucht es im Hintergrund ein intelligentes System, das alle Produktdaten zentral speichert, aktuell hält und passgenau ausspielt. Genau hier kommen PIM-Systeme ins Spiel.
Was hat es mit PIM-Systemen auf sich? Warum sind sie für den modernen Handel so wichtig? Wie unterschieden sich die verschiedenen Anbieter?
Das und mehr erläutern wir in diesem Artikel.
1. Was ist PIM?
Product Information Management – kurz PIM – ist eine Softwarelösung, die Produktdaten zentral verwaltet, anreichert und gezielt an verschiedene Kanäle ausspielt. PIM ist für viele Unternehmen längst kein Fremdwort mehr. Denn Daten wie Produktbeschreibungen, Bilder, Videos und andere Assets systematisch zu pflegen und immer aktuell zu halten, gehört heute zum Alltag vieler Firmen.
Wer das regelmäßig macht, weiß: Mit Excel-Tabellen oder klassischen ERP-Systemen stößt man schnell an Grenzen – sie kosten Zeit, Nerven und sind fehleranfällig. PIM-Systeme schaffen hier eine echte Abhilfe. Sie sind genau für diese Aufgabe gemacht und ermöglichen ein effizientes und nachhaltiges Product Content Management.
2. Open Source vs. Proprietäre Software
Wenn es um die Wahl der passenden PIM-Software geht, stehen Unternehmen grundsätzlich vor zwei Optionen: Open Source oder proprietäre Software.
Beide Varianten haben ihre Stärken – aber auch ihre Herausforderungen. Deshalb ist es entscheidend, sich im Vorfeld genau zu überlegen, worauf es wirklich ankommt. Eventuelle kurzfristige Kostenvorteile sollten dabei nicht über die langfristige Auswirkung der Entscheidung gestellt werden.
Welche Version die richtige für das Unternehmen ist, ist dabei von zahlreichen Faktoren abhängig. Diese müssen gut gegeneinander abgewogen werden.
3. SaaS vs. On Premise Lizenz-Modell
Bevor ein Unternehmen sich für ein PIM-System entscheidet, steht noch eine weitere wichtige Frage im Raum: Soll die Software als SaaS-Lösung (Software as a Service) oder als klassische On-Premise Lizenz-Variante genutzt werden?
SaaS
Ein SaaS PIM wird vom Anbieter in der Cloud bereitgestellt. Die Abrechnung erfolgt meist monatlich oder jährlich und der Anbieter übernimmt Hosting, Wartung, Updates und Support.
On-Premise
Im Gegensatz dazu steht das On-Premise Lizenzmodell. Hier wird die Software auf den eigenen Servern betrieben. Zwar fallen in der Regel nur einmalige Lizenzkosten an, dafür aber auch laufende Ausgaben für Wartung, IT-Personal und Infrastruktur.
Welche Variante besser passt, hängt stark von den internen Ressourcen und strategischen Zielen eines Unternehmens ab.
4. 7 PIM-Anbieter im Überblick
Sobald klar ist, auf welchem Weg das PIM-System bezogen werden soll und welche Anforderungen dabei im Fokus stehen, folgt der nächste wichtige Schritt: die Wahl des passenden Anbieters. Und die fällt nicht leicht, denn der Markt ist groß und vielfältig.
Für einen schnellen Überblick und um den Einstieg zu erleichtern, listen wir sieben ausgewählte Anbieter auf und stellen sie in alphabetischer Reihenfolge vor.

1. akeneo
akeneo ist ein Open-Source PIM System, das sich durch eine starke Community-Unterstützung auszeichnet. Es dient dazu Produktdaten effizient zu verwalten und über verschiedene Kanäle zu verteilen. Es gibt eine kostenlose, daher aber eingeschränkte, Open-Source-Community-Edition. Die akeneo Product Cloud bietet einen größeren Funktionsumfang, ist dafür aber kostenpflichtig.
Hauptmerkmale:
- Multichannel-Unterstützung: Verteilung von Produktdaten über diverse Kanäle und in verschiedenen Sprachen.
- Community und Erweiterbarkeit: Große Community, zahlreiche Solution-Partner und viele Erweiterungen verfügbar.
| Stärken | Potentiale |
|---|---|
| Intuitive Benutzeroberfläche – Nutzer loben die einfache Bedienung und schnelle Einarbeitung | Ersteinrichtung kann komplex sein und erfordert teils technisches Know-How bzw. einen Implementierungspartner |
| Fungiert als verlässliche zentrale Datenquelle für Produktdaten über viele Kanäle hinweg | Konfiguration für sehr spezifische Workflow-Anforderungen stellenweise anspruchsvoll |
2. Centric Software (ehemals Contentserv)
Centric Software hat sein Angebot mit der Übernahme von Contentserv um Content Syndication, Digital Shelf Analystics und Anbindungen an weitere Centric-Produkte ergänzt. Die Cloud-basierte Plattform ist als SaaS-Variante erhältlich und stellt eine umfassende PIM-Lösung dar, die sich auf die zentrale Verwaltung und Optimierung von Produktdaten konzentriert. Zielgruppe sind u.a. Retailer und Konsumgüterunternehmen mit internationaler Ausrichtung.
Hauptmerkmale:
- Zentrale Datenverwaltung: Ermöglicht die konsolidierte Verwaltung aller Produktinformationen an einem Ort.
- Multichannel-Publishing: Unterstützt die Verteilung von Produktdaten über verschiedene Vertriebskanäle hinweg.
| Stärken | Potentiale |
|---|---|
| Intuitive Benutzeroberfläche, die den Schulungsaufwand für neue Nutzer spürbar reduziert | Ersteinrichtung und Konfiguration können bei großen Katalogen mit vielen Datenquellen komplex sein |
| Zuverlässiger und professioneller Support mit hoher Fachkompetenz | Voller Funktionsumfang erfordert Einarbeitungszeit sowie einen erfahrenen Implementierungspartner |
3. inriver
inriver ist eine cloud-basierte PIM-Software, die als SaaS-Lösung verfügbar ist. Mit ihr ist es flexibel und skalierbar möglich Produktinformationen zentral zu verwalten, anzureichern und in die Kanäle auszuspielen.
Hauptmerkmale:
- Digital Shelf Analytics: für mehr Conversions mit optimierten Produktlistenpreisen
- Starkes Ökosystem: zahlreiche Schnittstellen zu vor- und nachgelagerten Systemen
| Stärken | Potentiale |
|---|---|
| Sehr flexibles, relationsbasiertes Datenmodell | Fehlende visuelle Gesamtübersicht des Sortiments; Zusammenhänge lassen sich oft nur durch Klicken erschließen |
| Intuitive, schnelle Umsetzung von Änderungen im Produktmanagement | Segmentierung/Scoping von Produkten zwischen mehreren Unternehmensteilen innerhalb einer Lizenz nur eingeschränkt möglich |
4. mediacockpit
mediacockpit von Bertsch Innovation vereint Produktinformationsmanagement (PIM), Digital Asset Management (DAM) und Omni-Channel Publishing in einem einzigen System. Das kombinierte PIM/DAM-System ermöglicht es Unternehmen, Produktinformationen sowie zugehörige digitale Assets (Bilder, Videos, Zeichnungen etc.) zentral zu verwalten und zu verteilen. Die Software ist als Software as a Service (SaaS) beziehbar.
Hauptmerkmale:
- Integration von PIM und DAM: Verknüpft Produktdaten mit entsprechenden Medieninhalten für ein perfektes Product Content Management.
- Zentrale Verwaltung & Omni-Channel Publishing: Ermöglicht konsistente Datenpflege sowie die Verteilung über zahlreiche Kanäle hinweg.
| Stärken | Potentiale |
|---|---|
| Sehr flexibel, frei konfigurierbares Datenmodell | Bedienoberfläche funktional aber nicht immer übersichtlich |
| Granulares Rollen-/Rechtekonzept und lückenlose Änderungshistorie | Keine öffentlich kommunizierten Preise (nur auf Anfrage) |
5. Pimcore
Pimcore ist eine Open-Source-Plattform, die neben PIM auch Master Data Management (MDM) und Digital Asset Management (DAM) Funktionen bietet. Sie richtet sich an Unternehmen, die eine umfassende Digital Experience Plattform suchen. Pimcore ist On-Premise oder als SaaS zu beziehen.
Hauptmerkmale:
- Open-Source: Kostenlose Community Edition verfügbar.
- API-zentrierte Architektur: Ermöglicht einfache Integration von Drittsystemen.
| Stärken | Potentiale |
|---|---|
| Große Flexibilität und Anpassbarkeit der Datenmodelle | Performance hängt stark von einer sauberen Datenmodellierung ab |
| Open-Source-Basis, keine Lizenzkosten in der Community Edition | Hohe Komplexität – von Nutzern teils als „Monster“ im positiven wie negativen Sinn beschrieben |
6. Syndigo
Syndigo bietet eine cloudbasierte SaaS-Lösung, die sich auf die Bereitstellung von Echtzeit-Produktinformationen konzentriert. Die kombinierbaren Lösungen wie MDM, PIM und Digital Shelf Analytics sind dabei flexibel und erweiterbar.
Hauptmerkmale:
- Cloudbasiert: Zugriff von überall und jederzeit möglich.
- Echtzeit-Datenaktualisierung: Content-Enrichment und Optimierung der Digital Shelf Performance
| Stärken | Potentiale |
|---|---|
| Nach jüngsten Updates spürbar benutzerfreundlichere Oberfläche | Recht komplex/Einarbeitung und Verwaltung im großen Maßstab erfordern Zeit |
| Breit angelegte Syndizierung an ein großes Handelspartner-Netzwerk | Vereinzelt werden Datenmanagement-Probleme berichtet, die zu Ineffizienzen im Produktlebenszyklus führen können |
7. 4ALLPORTAL
4ALLPORTAL ist eine modulare Softwarelösung, die neben PIM auch Digital Asset Management (DAM) umfasst, was besonders für Unternehmen mit umfangreichen Medienbeständen vorteilhaft ist. Neben der Möglichkeit die Software als SaaS zu beziehen, gibt es auch eine On-Premise Option.
Hauptmerkmale:
- Modularer Aufbau: Erweiterbar mit verschiedenen Modulen je nach Bedarf.
- Integration von DAM und PIM: Kombiniert Produktdaten mit digitalen Medien für konsistente Präsentationen.
| Stärken | Potentiale |
|---|---|
| Partnerschaftlich begleitete Implementierung mit festen, fachlich versiertem Ansprechpartner | Hohe Flexibilität bringt technische Tiefe mit sich – komplexe Einstellungen erfordern Unterstützung durch den Support |
| Deutliche Zeitersparnis und spürbar verbesserte Content-Qualität nach der Einführung | Ladezeiten im DAM-Dashboard können mit zunehmender Datenbankgröße steigen |
5. Wie finde ich den richtigen PIM-Anbieter?
Mit dem Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten im Bereich PIM ist der erste wichtige Schritt geschafft. Jetzt beginnt die entscheidende Phase: die Evaluierung.
- Welche Lösung passt zu meinem Unternehmen – nicht nur technisch, sondern auch strategisch?
- Nach welchen Kriterien lassen sich die infrage kommenden Anbieter sinnvoll vergleichen?
Die Einführung eines PIM-Systems ist weit mehr als nur ein IT-Projekt. Die Abteilungen, die von der Einführung eines PIM-Systems profitieren, sollten in die Entscheidungsfindung involviert werden. Das sind in der Regel u.a. das Marketing, der Vertrieb, die IT und auch die Geschäftsleitung. Diese Entscheidung betrifft viele Bereiche im Unternehmen und bringt zahlreiche Abhängigkeiten mit sich.
Deshalb ist eine fundierte, gut durchdachte Evaluierung unerlässlich – damit die gewählte Lösung langfristig einen echten Mehrwert schafft.
Neben den technischen Hauptmerkmalen lohnt sich auch ein Blick auf echte Nutzerbewertungen: Die daraus resultierenden „Stärken & Potentiale“-Übersichten zeigen, dass jeder Anbieter unterschiedliche Schwerpunkte setzt.
6. Fazit
Welches PIM-System am besten passt, hängt ganz von den individuellen Anforderungen Ihres Unternehmens ab. Open-Source-Lösungen wie Pimcore und akeneo punkten mit einer aktiven Community und hoher Flexibilität. Centric Software und 4ALLPORTAL setzen auf modulare Konzepte, die sich durch zahlreiche Zusatzfunktionen erweitern lassen. Syndigo und inriver heben sich durch ihren starken Fokus auf Digital Shelf Analytics hervor – ideal für Unternehmen, die ihre Performance auf digitalen Verkaufsflächen gezielt optimieren möchten. Und mediacockpit überzeugt mit der nahtlosen Kombination aus PIM und DAM sowie einem frei konfigurierbaren Datenmodell für ein ganzheitliches, nachhaltiges Product Content Management.
Unser Tipp: Analysieren Sie die konkreten Anforderungen Ihres Unternehmens genau und nehmen Sie sich Zeit für Demos. Nur so finden Sie das genau passende PIM-System für Ihr Unternehmen.
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Die Angaben zu Stärken und Potentialen basieren ausschließlich auf öffentlich zugänglichen Nutzerbewertungen ab dem Jahr 2024 (u. a. G2, Capterra, Gartner Peer Insights, Software Advice, SoftwareReviews, OMR Reviews) und spiegeln subjektive Erfahrungswerte einzelner Nutzer wider.
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