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Produktdaten als Geschäftsrisiko:
Warum Elektrotechnik-Hersteller jetzt handeln müssen

Delistung beim Großhändler wegen unvollständiger ETIM-Daten, abgelaufene Zertifikate, die unbemerkt bleiben und der digitale Produktpass, der sukzessive ab 2027 Pflicht wird und für den die Datenbasis heute noch fehlt. Was früher ein internes Ordnungsproblem war, ist für Elektrotechnik-Hersteller zum konkreten Umsatzrisiko geworden.
Es gibt mehr SKUs, mehr Klassifikationsversionen und immer mehr Compliance-Pflichten. Das alles in einem Markt, der durch einen dreistufigen Vertriebsweg geprägt ist, in dem der Hersteller oft keinen direkten Zugang zum Endkunden hat.
Unternehmen, die in diesem Umfeld ihre Produktdaten vernachlässigen, verlieren nicht nur Effizienz. Sie verlieren Listungen, Sichtbarkeit und am Ende Marktanteile und somit Umsatz.
In diesem Artikel zeigen wir, welche drei Kräfte heute gleichzeitig auf Elektrotechnik-Hersteller einwirken.
Wir erläutern, warum die klassische Excel-und-Fileserver-Lösung strukturell überfordert ist und wie eine kombiniertes PIM/DAM-Lösung konkret hilft, diese Herausforderungen zu meistern.
Drei Kräfte, die auf die Elektrotechnik-Branche wirken
Im Gespräch mit Elektrotechnik-Herstellern trifft man immer wieder auf dieselbe Ausgangssituation: Produktdaten liegen im ERP, Bilder auf einem Server, Datenblätter in SharePoint und Zertifikate auf verschiedenen Laufwerken.
Solange es keine Änderungen gibt, wirkt das alles beherrschbar. Sobald aber ein Großhändler neue Daten fordert oder eine Produktfamilie aktualisiert werden muss, beginnt die manuelle Suche und damit das eigentliche Problem.
Was dieses strukturelle Problem verschärft, ist die Gleichzeitigkeit von drei Entwicklungen, die jeweils für sich schon Handlungsdruck erzeugen. In Kombination aber kann es für Unternehmen wirklich kritisch werden.
1. Datensilos als Normalzustand
Technische Daten entstehen im ERP, Konstruktionsdaten in CAD-Tools, Bilder und Texte beim Marketing, Zertifikate kommen von Prüfinstituten per Mail. In vielen Unternehmen kennt kein System das andere.
Das Resultat: Wenn ein Großhändler Daten anfordert, startet ein internes Projekt.

Jede Änderung eines Produktattributs muss händisch in mehreren Systemen nachgezogen werden. Das führt zu erheblichem Versionschaos als unvermeidlicher Begleiterscheinung.
Aus der Praxis
„Wir haben über 30.000 Artikel im Sortiment. Vorher haben drei Mitarbeiter unsere Daten in Excel-Listen für rund 20 Großhändler in 12 Sprachen gepflegt. Jeder neue ETIM-Release war eine Wochen-Aktion.“
– Leiter Produktdatenmanagement, Hersteller von Klemmen- und Steckverbindungstechnik –
2. Klassifikation als Eintrittskarte
ETIM ist in der Elektrotechnik keine optionale Zusatzpflege mehr. Es ist die Voraussetzung dafür, im Großhandelskatalog überhaupt gelistet zu werden.
Der deutsche Elektrogroßhandel ist hochkonzentriert: Marktführer Sonepar Deutschland und die großen Mittelstandsverbünde DEHA-Gruppe und MITEGRO bündeln mehr als die Hälfte des deutschen Marktes.
Wer dort nicht ETIM-konforme Daten im richtigen Format liefert, kommt in die Online-Shops und Kataloge gar nicht erst hinein.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Klassifikationswelt keine stabile Größe ist. ETIM 10.0 ist mit 5.640 Klassen und 17.377 Merkmalen der aktuelle Standard. Seit Q2/2026 löst ETIM xChange 2.0 — ein modernes JSON-basiertes Format — zunehmend den BMEcat als Austauschformat ab. Gleichzeitig verlangen verschiedene Großhändler verschiedene ETIM-Versionen, weil sie unterschiedlich schnell migrieren.
Für den Hersteller bedeutet das: parallele Pflege mehrerer Versionen, dazu ECLASS für Industriekunden und gegebenenfalls UNSPSC für globale Marktplätze.
„Datenqualität ist nicht einfach ein IT-Thema — sie ist ein direkter, umsatzrelevanter Faktor.“
3. Zunehmende Compliance-Anforderungen
Während Hersteller mit dem Klassifikationsdruck kämpfen, rollt gleichzeitig eine Compliance-Welle. CE-Kennzeichnung, ATEX-Zulassungen, RoHS, REACH, WEEE — diese Anforderungen sind für die meisten Elektrotechnik-Hersteller nicht neu.
Aber die Art, wie sie verwaltet werden, ist in vielen Unternehmen noch erschreckend unstrukturiert:
Das Problem daran ist nicht nur der interne Aufwand. Ein abgelaufenes Zertifikat kann zur Delistung einer gesamten Produktfamilie beim Großhändler führen. Und mit dem Digitalen Produktpass, der ab 2027 zunächst für Batterien und ab 2028 für weitere Elektroprodukte Pflicht wird, kommen strukturierte Anforderungen dazu, die sich mit der bisherigen Praxis oft schlicht nicht erfüllen lassen.

Regulatorischer Zeitplan im Überblick
EU Cyber Resilience Act: Die Meldepflicht aus dem CRA gilt ab September 2026 (Bußgelder bis 15 Mio. € oder 2,5 % des Jahresumsatzes).
Digitaler Produktpass für bestimmte Batterien: Pflicht ab 18. Februar 2027.
DPP für Elektronik und Motoren: Roll-out ab 2028 über delegierte Rechtsakte der ESPR.
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Warum Excel und Co. an ihre Grenzen stoßen
Es geht nicht darum, ob die Datenablage in Excel und Fileservern funktioniert oder nicht. Es geht darum, ab wann sie nicht mehr skaliert. In der Elektrotechnik ist dieser Punkt für die meisten Hersteller längst gekommen.

Beispiel:
Stellen wir uns ein vermeintlich einfaches Produkt vor: einen Leitungsschutzschalter. In der zugehörigen ETIM-Klasse EC000042 sieht ETIM 10.0 allein 27 Pflichtmerkmale vor — Bemessungsstrom, Auslösecharakteristik, Polzahl, Schutzart und weitere. Für die Schutzart allein sind 38 mögliche Werte definiert. Multipliziert man dies mit einer typischen Produktfamilie mit mehreren Varianten, mehreren Sprachen und mehreren Zielsystemen, ergibt sich schnell ein Pflegeaufwand, der mit manuellen Prozessen nicht mehr beherrschbar ist.
Konkret entstehen dabei vier typische Probleme:
Was ein modernes PIM/DAM-System leisten muss
Ein kombiniertes PIM/DAM-System, sprich eine Plattform, die Produktinformationsmanagement und Digital Asset Management in einer Oberfläche vereint, ist die strukturelle Antwort auf die drei beschriebenen Kräfte, die auf Unternehmen einwirken. Entscheidend ist dabei das Wort „kombiniert“: Getrennte Systeme lösen das Problem nicht, sondern verschieben es. Was es braucht, ist eine einzige Quelle, aus der alle Kanäle gespeist werden – wie mediacockpit PIM&DAM.
Für die Elektrotechnik lassen sich vier Kernfunktionen benennen, die ein solches System erfüllen muss.
1. Klassifikations-Engine für Mehrwelten und Versionen
Die Pflichtaufgabe: ETIM, ECLASS und UNSPSC parallel pflegen, ETIM-Versionen sauber nebeneinanderhalten, Pflichtmerkmale je Klasse automatisch einblenden und Wertelisten gegen den Standard validieren.
In mediacockpit wird das über das e-proCAT-Modul abgebildet: Die neueste ETIM Version wird gepflegt, ältere Versionen werden daraus abgeleitet. Das System kann — mit einem Automatisierungsgrad von 70 bis 80 Prozent — automatisch zwischen Klassifikationssystemen und -versionen umklassifizieren.
Praktischer Vorteil: Wer ETIM 10 gepflegt hat und ein Großhändler noch ETIM 9 verlangt, muss nicht doppelt pflegen. Das System leitet ab. Wer ETIM xChange 2.0 als Ausgabeformat benötigt, muss keinen Plattformwechsel vornehmen. Der Export ist eine Konfigurationsaufgabe, nicht ein Migrationsprojekt.
2. Integriertes Asset Management für Medien und Dokumente
Zu einem vollständigen Produktdatensatz in der Elektrotechnik gehören viele Dinge: Datenblätter, Installationsanleitungen, Schaltpläne, EPLAN-Makros, 3D-Modelle, Konformitätserklärungen, ATEX-Zertifikate, Produktbilder, Erklärvideos.
Ein echtes PIM/DAM-System verwaltet diese Assets nicht separat, sondern verknüpft diese direkt mit den jeweiligen Produkten.
Das ändert die Qualität der Datenpflege grundlegend: Wer ein Zertifikat aktualisiert, tut das an einer einzigen Stelle und alle Kanäle, die dieses Zertifikat einbinden, erhalten automatisch die aktuelle Version. Keine Versionsbrüche zwischen Online-Katalog und Print-Katalog, kein manuelles Verteilen von PDF-Anhängen an Großhändler.
3. Zertifikats- und Compliance-Management mit Ablauf-Monitoring
Das ist vielleicht die dringlichste Funktion für viele Hersteller und gleichzeitig die am häufigsten unterschätzte.
Ein modernes PIM/DAM-System ermöglicht, dass Ablaufdaten direkt am Zertifikat hinterlegt werden, und dass das System automatisch Alarm schlägt, wenn ein Zertifikat in den nächsten X Tagen ausläuft.
In der Praxis bedeutet das: Am Montagmorgen liegt ein Bericht im Posteingang, der zeigt, welche Zertifikate demnächst ablaufen inklusive der Information welche Produkte davon betroffen sind. Bei Bedarf kann zusätzlich konfiguriert werden, dass ein Produkt automatisch aus der nächsten Datenlieferung an den Großhändler herausgenommen wird, sobald ein Pflicht-Zertifikat abgelaufen ist. So entgeht man der Delistung durch eine versäumte Verlängerung.
„Wenn ein Großhändler sagt: ‚Ihre Daten nehme ich so nicht an‘, dann wird aus einem Datenproblem ganz schnell ein Umsatzproblem.“
4. Multi-Channel-Publishing aus einer Quelle
Jeder Kanal hat eigene Format-Anforderungen und eigene Aktualitätszyklen. Egal ob Großhandel-Pool, CAD-Plattformen, BIM-Portale, eigene Microsite oder Print-Katalog für den Fachhandel.
Ein PIM/DAM-System mit einer ausgereiften Publishing-Engine löst das über Sortimente und Publikationsprofile: Der Großhändler erhält seinen ETIM-konformen BMEcat mit allen technischen Attributen. Die eigene Microsite erhält über die REST-API SEO-Texte und Bilder. Der Fachhandel erhält druckfertige Layouts für seinen Sortimentskatalog. Alles aus derselben Datenbasis!
Diese Funktion hat noch einen zweiten, strategisch wichtigen Effekt: Hersteller, die ausschließlich über den Großhandel sichtbar sind, haben kein direktes Verhältnis zum Installateur, zum Planer, zum Architekten. Mit einer eigenen Microsite, einem eigenen Datenblatt-Portal mit CAD-Downloads und einem eigenen Print-Katalog für den Fachhandel entsteht eine direkte Markenpräsenz beim Endkunden — aus derselben Quelle, die ohnehin für den Großhandelskanal gepflegt wird.
Der digitale Produktpass: Kein neues PDF, sondern ein neues Datenproblem
Der Digitale Produktpass (DPP) ist in vielen Diskussionen noch ein abstraktes Zukunftsthema. Das täuscht über den Handlungsdruck hinweg: Für bestimmte Batterien gilt die DPP-Pflicht ab dem 18. Februar 2027! Für Elektronik und energiebezogene Produkte folgt der Roll-out ab 2028.
Was viele unterschätzen: Der DPP ist kein Dokument! Er ist ein strukturierter Datencontainer pro Produkt, der Materialzusammensetzung, CO₂-Fußabdruck, Recyclingfähigkeit, Zertifikate, Konformitätserklärungen und Nachhaltigkeitsinformationen maschinenlesbar zusammenführt.
Wer heute seine Daten noch in E-Mail-Postfächern, SharePoint-Ordnern und Excel-Listen verwaltet, steht 2027 vor einem großen Aufräumprojekt — und zwar zusätzlich zur regulären Tagesarbeit.
Wer dagegen heute schon eine zentrale Datenbasis mit strukturierten Compliance-Attributen aufgebaut hat, hat die Arbeit bereits größtenteils erledigt.
Der DPP-Export wird dann zur Konfigurationsaufgabe: Welche Felder aus dem PIM werden in das DPP-Format gemappt? Was fehlt noch und muss ergänzt werden?
Das ist ein überschaubares Erweiterungsprojekt im Gegensatz zur Alternative, bei der alle Informationen erst eingesammelt, bereinigt und strukturiert werden müssen.
Die zentrale Botschaft zum DPP
Wer heute beginnt, seine Produktdaten zu strukturieren, investiert nicht nur in eine Compliance-Pflicht, die ab 2027 kommt. Er investiert in operative Effizienz, die sofort wirkt und ist 2027 regulatorisch bereit, ohne zeit- und kostenintensives Sonderprojekt.
Was sich nach der Einführung von mediacockpit konkret ändert
Für Elektrotechnik-Hersteller, die mediacockpit eingeführt haben, lassen sich die Veränderungen auf fünf konkrete Effekte verdichten.

Kürzere Time-to-Market: Klassifikation, Übersetzung und Kanal-Export laufen parallel statt sequenziell. Typische Beobachtung: deutlich kürzere Durchlaufzeit von der ERP-Anlage bis zum BMEcat-Listing.

Sichere Großhandels-Listings: Datenqualitäts-Reporting zeigt Lücken vor der Reklamation. Pflichtfeldprüfung vor jeder Ausleitung verhindert, dass unvollständige Datensätze das Haus verlassen.

Weniger manuelle Datenpflege: Hotfolder, Background-Processe und Workflow-Integrationen ersetzen Excel-und-Mail-Schleifen und sparen enorm an Zeit ein

Kontrolle über Zertifikate und Compliance: Ablaufdaten werden systemisch überwacht. Keine Delistung durch versäumte Zertifikatsverlängerung, keine Überraschungen beim nächsten Compliance-Audit.

Eigene Markensichtbarkeit: Microsites, Print-Kataloge und Datenblatt-Portale werden aus derselben Quelle gespeist. Der Hersteller wird beim Planer, beim Architekten, beim Installateur direkt sichtbar und nicht nur im Großhandelskatalog.
„Im Großhandelskatalog standen unsere Leuchten und Schalterserien neben denen unserer Wettbewerber, austauschbar wie aus einer Datenbank gespült. Sechs Monate nach der Einführung unseres PIM/DAM kam der erste Architekt mit unserem Datenblatt aus dem eigenen Markenportal ins Vertriebsgespräch — nicht mit dem Listings-Auszug aus dem Großhandels-Shop.“
— Leiterin Marketing & Digital, Premium-Marke für architektonische Beleuchtung —
Jetzt handeln bevor der Druck zur Krise wird
Produktdaten wurden lange Zeit stiefmütterlich behandelt. Sie waren notwendig, aber nicht strategisch wichtig. Diese Zeit ist längst vorbei.
- ETIM-Klassifikation entscheidet über Listung oder Delistung.
- Eine ordentliche Zertifikatsverwaltung entscheidet über Verkaufsfähigkeit.
- Der Digitale Produktpass versieht regulatorischen Druck mit einem konkreten Datum.
Die gute Nachricht: Wer heute eine zentrale Datenbasis aufbaut, löst nicht nur ein Compliance-Problem. Er löst gleichzeitig das Datenchaos, das operative Effizienz kostet und er schafft die Grundlage für eigene Marken-Touchpoints jenseits des Großhandelskatalogs.
Mit einer aktuellen und gepflegten Datenbasis sind Unternehmen bereit für ETIM xChange 2.0, den Digitalen Produktpass und alle weiteren Standards, die noch kommen werden.
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